Clemens J. Setz
© Max Zerrahn / Suhrkamp Verlag
Olga Tokarczuk
© Jana Karpienko
16. Usedomer Literaturpreis

„Das Zukunftslabor des Clemens J. Setz“

18
SaApr
11:00 Uhr
📍
Seetelhotel Ahlbecker Hof
Dünenstraße 47, 17419 Seebad Ahlbeck
✍️
AutorClemens J. Setz, Olga Tokarczuk
💬
GesprächspartnerAgnieszka Kowaluk

Manchmal scheint es, als würde in der Nähe des Ostseestrands ein Hotelzimmer im Licht des Morgens in unzählige Entwürfe möglicher Zukünfte auseinandergehen, während der Blick nach Osten über das Meer streift und die Landschaft wie eine leise Begleitstimme zur Literatur wird.

Dort entfaltet ein österreichischer Autor seine Texte wie feinmechanische Apparaturen, in denen Unruhe und Trost zugleich schwingen. Clemens J. Setz, in Graz aufgewachsen und mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, kehrt im nördlichen Küstenlicht zu jenen Büchern zurück, die ihn vom Lehramtsstudenten zum hellhörigen Chronisten der Gegenwart werden ließen.

Von frühen Söhnen und Planeten bis zu Monden vor der Landung spannt sich dieses Zukunftslabor und zeichnet einen der herausragenden Gegenwartsschriftsteller deutscher Sprache aus.

Freie Rede: Olga Tokarczuk

Clemens J. Setz

Clemens J. Setz, geboren am 15. November 1982 in Graz, ist ein österreichischer Schriftsteller und Übersetzer. Er studierte Mathematik und Germanistik an der Karl-Franzens-Universität Graz, ohne den Abschluss zu machen, und lebt heute in Wien. Sein Debütroman „Söhne und Planeten“ erschien 2007; folgte 2009 „Die Frequenzen“, der für den Deutschen Buchpreis nominiert war. Mit der Erzählungssammlung „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ (2011) gewann er den Leipziger Buchpreis (Preis der Leipziger Buchmesse). Weitere Erfolge: „Indigo“ (2012, Deutscher Buchpreis-Shortlist), „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ (2015, Wilhelm-Raabe-Literaturpreis), „Der Trost runder Dinge“ (2019), „Die Bienen- und das Unsichtbare“ (2020) sowie „Monde vor der Landung“ (2023, Österreichischer Buchpreis). Er erhielt den Kleist-Preis 2020, den Georg-Büchner-Preis 2021, den Jakob-Wassermann-Literaturpreis 2020, den Berliner Literaturpreis 2019 sowie den Literaturpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft 2013 und übersetzte Werke von John Leake und Edward Gorey.

Olga Tokarczuk

Olga Tokarczuk (*1962) ist eine der bedeutendsten polnischen Schriftstellerinnen sowie Trägerin des Literaturnobelpreises (2019, für 2018). Bekannt ist sie für ihren magisch-realistischen Stil, in dem sie Geschichte, Mythen und psychologische Themen zu poetischen Erzählwelten verbindet. Geboren in Sulechów, Polen, studierte sie Psychologie an der Universität Warschau und arbeitete zunächst als Psychotherapeutin, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte. Ihren Durchbruch erreichte sie 1996 mit dem Roman „Ur und andere Zeiten“. Es folgten Werke wie „Unrast“ (2007), „Der Gesang der Fledermäuse“ (2009) und „Die Jakobsbücher“ (2014). Für „Unrast“ wurde sie 2018 mit dem Man Booker International Prize ausgezeichnet. Tokarczuks Werk besticht durch märchenhafte und philosophische Töne und spiegelt ihre humanistische Haltung sowie ihr Engagement für Umwelt-, Tier- und Frauenrechte wider.

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