Steffen Kopetzky
© Jana Mai
Manfred Osten
© Geert Maciejewski

„Codes aus Peenemünde“

15
MiApr
19:30 Uhr
📍
Kaiserbädersaal
Seebad Heringsdorf
✍️
AutorSteffen Kopetzky
🎤
ModeratorManfred Osten
Codes aus Peenemünde

Ein britischer Spion, eine Spur aus Codes, Geflüster und unscheinbaren Koffern – während im Hintergrund die Zukunft der Welt berechnet wird. Steffen Kopetzkys Spionagebestseller „Atom" entfaltet eine packende Geschichte um das Ringen um die erste Atombombe im Schatten des Kalten Krieges: Usedom und Peenemünde erscheinen als Schauplätze der V1- und V2-Waffenproduktion, verbunden mit Hans Kammler und Wernher von Braun – dessen Bruder Sigismund 1970 als Botschafter in Paris amtierte, just als Manfred Osten dort seine Attaché-Ausbildung absolvierte.

Kopetzky, aufgewachsen im geteilten Deutschland, verwebt wissenschaftliche Präzision mit atemberaubender Spannung. Ergänzt durch Zeitzeugenblicke im Gespräch mit dem Kulturhistoriker Manfred Osten wird daraus mehr als eine Lesung – ein literarisches Labor zu Macht, Verantwortung und den Umbrüchen vom 20. Jahrhundert bis heute.

Steffen Kopetzky

Steffen Kopetzky (*1971 in Pfaffenhofen an der Ilm) ist ein deutscher Schriftsteller, der Romane, Erzählungen, Hörspiele, Radiofeatures und Theaterstücke veröffentlicht und zu den prägenden Stimmen der aktuellen historischen Erzählliteratur zählt. Er studierte Philosophie und Romanistik in München, Paris und Berlin und lebte lange als freier Autor in Berlin, bevor er in seine Heimatstadt Pfaffenhofen zurückkehrte.​ Bekannt wurde Kopetzky zunächst durch frühe Romane wie „Eine uneigentliche Reise“, „Grand Tour oder Die Nacht der Großen Complication“ und „Der letzte Dieb“, größere Aufmerksamkeit in einem breiteren Publikum erzielte er mit den historischen Romanen „Risiko“, „Propaganda“, „Monschau“ und „Atom“. Seine Bücher verbinden sorgfältige historische Recherche mit spannungsreicher, oft an Thriller- oder Abenteuerliteratur angelehnter Dramaturgie und stellen immer wieder politische und moralische Fragen der europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts ins Zentrum. Neben seiner literarischen Arbeit war Kopetzky künstlerischer Leiter der Bonner Biennale (2002–2008) und engagierte sich kommunalpolitisch im Stadtrat von Pfaffenhofen, wo er als Kulturreferent tätig war. Er ist Mitgründer des Neuen Pfaffenhofener Kunstvereins sowie des PEN Berlin und wurde für sein Werk mit zahlreichen Literatur- und Förderpreisen ausgezeichnet.

Manfred Osten

Dr. hc. mult. Manfred Osten wurde 1938 in Ludwigslust in Mecklenburg geboren. Nach seiner Flucht in die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1952 studierte er von 1959 bis 1964 Rechtswissenschaften, Philosophie, Musikwissenschaft und Literatur in Hamburg und München. 1969 promovierte er mit einer Arbeit über den Naturrechtsbegriff in den Frühschriften Friedrich Schellings. Im selben Jahr trat er in den Auswärtigen Dienst ein, der ihn zu vielfältigen diplomatischen Stationen in Frankreich, Kamerun, Tschad, Ungarn, Australien und Japan führte. 1993 übernahm er die Leitung des Osteuropa-Referats im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, bevor er von 1995 bis 2004 das Amt des Generalsekretärs der Alexander von Humboldt-Stiftung bekleidete. Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen die Goethe-Forschung, die Musikwissenschaft des 19. Jahrhunderts sowie die europäische und asiatische Kulturgeschichte. Zu seinen wichtigsten Buchveröffentlichungen gehören unter anderem „Die Welt, ein großes Hospital“ – Goethe und die Erziehung des Menschen zum »humanen Krankenwärter« (Wallstein Verlag, 2021), „Gedenke zu leben! Wage es, glücklich zu sein!“ oder Goethe und das Glück (Wallstein Verlag, 2017), „Alles veloziferisch“ oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit (Insel Verlag, 2013), „Die Kunst, Fehler zu machen“ (Suhrkamp, 2006), „Das geraubte Gedächtnis“ (Insel Verlag, 2004), „Die Erotik des Pfirsichs“ (Suhrkamp, 1996) sowie der von ihm herausgegebene Band „Alexander von Humboldt: Über die Freiheit des Menschen auf der Suche nach Wahrheit“ (Insel-Suhrkamp, 1999). Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war Dr. Osten auch musikalisch aktiv: Von 1981 bis 1983 wirkte er als Tutti-Bratschist im Melbourne Symphony Orchestra und in der Victorian State Opera in Australien mit. Gastprofessuren führte ihn an die Universitäten Graz und Pécs, wo er zu „Goethe und der Moderne“ lehrte. Darüber hinaus hält er regelmäßig Lesungen und Vorträge im In- und Ausland und trat in Podiumsgesprächen unter anderem mit Peter Sloterdijk, Rüdiger Safranski, Martin Walser, Adolf Muschg, Christoph Schlingensief, Horst Bredekamp, Dietrich Fischer-Dieskau, Hans Magnus Enzensberger, Peter Stein, Richard von Weizsäcker, Joachim Kaiser, Bernhard Bueb, Durs Grünbein, Martin Mosebach, Walter Kempowski, Wolf Singer, Jewgeni Jewtuschenko und Alfred Brendel auf.

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