„Leo XIV. – Der leise Mönch an der Spitze der Macht“
Seebad Heringsdorf
In Heringsdorf entfaltet Andreas Englisch im Gespräch mit dem Kulturhistoriker Manfred Osten die spannungsreiche Geschichte eines ungewöhnlichen Pontifikats. Beide aktualisieren damit die Usedomer Reihe der Papstgespräche bei den Usedomer Literaturtagen.
Mit reportagehafter Präzision und lebendiger Erzählfreude führt sein neues Buch in die dramatischen Wochen nach dem Tod Papst Franziskus und zeichnet den Aufstieg des ersten US-amerikanischen Papstes zum Machtzentrum der Weltkirche und Weltpolitik. Englisch öffnet die Türen verschlossener Konklavezimmer, verknüpft Familiengeschichten aus den USA mit Erinnerungen an Peru und Erfahrungen aus Rom und verdichtet diese Motive zu einem filmisch wirkenden Porträt Leos XIV.
Im Licht des Vatikans rücken Fragen nach Missbrauchsskandalen, Zölibat, queerer Theologie, China-Politik und künstlicher Intelligenz ins Zentrum eines bewegten literarisch-journalistischen Abends.
Andreas Englisch
Andreas Englisch, geboren 1963 in Werl, lebt seit rund drei Jahrzehnten in Rom und gilt als einer der bestinformierten Journalisten im Vatikan. Seine Bestseller über Päpste und den Kirchenstaat wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, darunter „Johannes Paul II. – Das Geheimnis des Karol Wojtyła“, „Franziskus – Zeichen der Hoffnung“ und „Mein Rom. Die Geheimnisse der Ewigen Stadt“. Zuletzt erschien „Leo XIV. Der leise Mönch an der Spitze der Macht“ (C. Bertelsmann, 2025), in dem er die Geschichte des Konklaves nach Franziskus’ Tod und den Werdegang des ersten US-amerikanischen Papstes porträtiert. Als ehemaliger Vatikan-Korrespondent des Axel-Springer-Verlags ist er heute freier Autor und gefragter Talkshow-Gast.
Manfred Osten
Dr. hc. mult. Manfred Osten wurde 1938 in Ludwigslust in Mecklenburg geboren. Nach seiner Flucht in die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1952 studierte er von 1959 bis 1964 Rechtswissenschaften, Philosophie, Musikwissenschaft und Literatur in Hamburg und München. 1969 promovierte er mit einer Arbeit über den Naturrechtsbegriff in den Frühschriften Friedrich Schellings. Im selben Jahr trat er in den Auswärtigen Dienst ein, der ihn zu vielfältigen diplomatischen Stationen in Frankreich, Kamerun, Tschad, Ungarn, Australien und Japan führte. 1993 übernahm er die Leitung des Osteuropa-Referats im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, bevor er von 1995 bis 2004 das Amt des Generalsekretärs der Alexander von Humboldt-Stiftung bekleidete. Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten zählen die Goethe-Forschung, die Musikwissenschaft des 19. Jahrhunderts sowie die europäische und asiatische Kulturgeschichte. Zu seinen wichtigsten Buchveröffentlichungen gehören unter anderem „Die Welt, ein großes Hospital“ – Goethe und die Erziehung des Menschen zum »humanen Krankenwärter« (Wallstein Verlag, 2021), „Gedenke zu leben! Wage es, glücklich zu sein!“ oder Goethe und das Glück (Wallstein Verlag, 2017), „Alles veloziferisch“ oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit (Insel Verlag, 2013), „Die Kunst, Fehler zu machen“ (Suhrkamp, 2006), „Das geraubte Gedächtnis“ (Insel Verlag, 2004), „Die Erotik des Pfirsichs“ (Suhrkamp, 1996) sowie der von ihm herausgegebene Band „Alexander von Humboldt: Über die Freiheit des Menschen auf der Suche nach Wahrheit“ (Insel-Suhrkamp, 1999). Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit war Dr. Osten auch musikalisch aktiv: Von 1981 bis 1983 wirkte er als Tutti-Bratschist im Melbourne Symphony Orchestra und in der Victorian State Opera in Australien mit. Gastprofessuren führte ihn an die Universitäten Graz und Pécs, wo er zu „Goethe und der Moderne“ lehrte. Darüber hinaus hält er regelmäßig Lesungen und Vorträge im In- und Ausland und trat in Podiumsgesprächen unter anderem mit Peter Sloterdijk, Rüdiger Safranski, Martin Walser, Adolf Muschg, Christoph Schlingensief, Horst Bredekamp, Dietrich Fischer-Dieskau, Hans Magnus Enzensberger, Peter Stein, Richard von Weizsäcker, Joachim Kaiser, Bernhard Bueb, Durs Grünbein, Martin Mosebach, Walter Kempowski, Wolf Singer, Jewgeni Jewtuschenko und Alfred Brendel auf.