Jenny Erpenbeck
„Unermüdlich betreibt die diesjährige Preisträgerin Jenny Erpenbeck literarische Seelenforschung deutscher Identität(en) und legt dabei Schichten historischer Erfahrungen frei. Im Roman ‚Heimsuchung' erzählt sie anhand eines Ortes in der Mark Brandenburg die wechselvolle deutsche Geschichte. Historische Ablagerungen kommen zutage: Umbrüche, Systemwechsel, Ideologien, Kriege, Verfolgung und Vertreibung und schließlich die Zeit nach der Wiedervereinigung. Damit schafft Jenny Erpenbeck eine moderne Auseinandersetzung mit dem Thema Heimat. Sie zeigt zugleich die Brüchigkeit des Heimat-Konzepts auf. Auch im Roman ‚Gehen, ging, gegangen', der afrikanische Flüchtlinge in Berlin und ihre Erfahrungen in den Mittelpunkt rückt, wird deutlich, wie fragil unsere Vorstellungen von Verwurzelung und Identität sind. Mit Jenny Erpenbeck ehrt die Jury eine mutige und authentische Stimme der deutschen Gegenwartsliteratur."