Das Programm

FR, 29. April 2022
17 Uhr, Seetelhotel Esplanade
Seebad Heringsdorf

Ein Gespräch über das Massenphänomen der Flucht im „großen Hospital“ der Welt

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Manfred Osten – Foto: Geert Maciejewski / Andreas Kossert – Foto: Sebastian Pfütze

Johann Wolfgang von Goethe ein Prophet unserer Zeit? Mit seiner Metapher von der Welt als einem „großen Hospital“, in dem „einer des anderen Krankenwärter werden wird“ formulierte das Weimarer Genie eine verblüffend gegenwärtige Einsicht: Das 21. Jahrhundert steht demnach im Zeichen einer globalen Immunschwäche als Pandemie einer extremistischen Grenzen- und Maßlosgkeit, der es zu entkommen gilt. Im Gespräch mit dem Historiker Andreas Kossert über sein preisgekröntes Buch Flucht. Eine Menschheitsgeschichte kommen die beiden Autoren anhand von Berichten und literarischen Zeugnissen einem globalen Phänomen unserer Zeit auf die Spur: der Flucht. Nah an den Einzelschicksalen zeigt NDR Sachbuchpreisträger Andreas Kossert bewegend, welche existenziellen Erfahrungen von Entwurzelung und Anfeindung mit dem Verlust der Heimat einhergehen – und warum es für Flüchtlinge und Vertriebene zu allen Zeiten so schwer ist, in der Fremde neue Wurzeln zu schlagen.

Teilnehmende auf der Bühne

Andreas Kossert

, geboren 1970, ist promovierter Historiker und ausgewiesener Kenner des östlichen Mitteleuropa. Er ist Autor zahlreicher Publikationen, darunter Masuren, Ostpreußen sowie der Bestseller Kalte Heimat. Für seine Arbeit wurde ihm der Georg Dehio-Buchpreis verliehen. Er lebt als Historiker und Autor in Berlin. Seit ihrer Gründung 2009 begleitet Andreas Kossert die Usedomer Literaturtage, seit 2012 auch als Jurymitglied für den Usedomer Literaturpreis. 2020 erhielt er für sein jüngstes Buch Flucht. Eine Menschheitsgeschichte den NDR Sachbuchpreis. 2021 wurde er für das gleiche Werk für den Deutschen Sachbuchpreis nominiert.

Manfred Osten

geboren 1938 in Ludwigslust, studierte Rechtswissenschaften, Philosophie, Musikwissenschaft und Literatur in Hamburg und München. Nach der Promotion trat er in den Auswärtigen Dienst mit Stationen in Kamerun, Tschad, Ungarn, Australien und Japan ein. 1993 wurde er Leiter des Osteuropa-Referats der Bundesregierung. Von 1995 bis 2004 war er als Generalsekretär der Alexander-von-Humboldt-Stiftung in Bonn tätig. Manfred Osten ist Autor zahlreicher Publikationen, führte zweiundvierzig Fernsehgespräche mit Alexander Kluge und ist Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz sowie der Europäischen Akademie. Außerdem ist er als Jury-Mitglied des Usedomer Literaturpreises und langjähriger Moderator der Usedomer Literaturtage tätig.

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