Das Programm

DO, 11. April 2024
19:30 Uhr, Seetelhotel Villa Esplanade
Seebad Heringsdorf

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Tanja Maljartschuk – Foto: Michael Stiller

Tanja Maljartschuk in moderierter Lesung aus ihrem neuen Essayband „Gleich geht die Geschichte weiter, wir atmen nur aus“ und im Gespräch mit Andreas Kossert

Die in der Ukraine geborene Schriftstellerin erforscht in 21 Essays die lange und brutale Historie ihres Heimatlandes, das kontinuierlich unter russischen Bedrohungen leidet. Maljartschuks bemerkenswerte Sprachgewandtheit, die sich bereits im vielschichtigen Titel zeigt, und ihre Fähigkeit, in ihren Essays eine deutliche Position einzunehmen, ohne den Bezug zur Wirklichkeit zu verlieren, sind beeindruckend. Sie spricht unverblümt über ihre eigene Scham für die korruptionsgeplagte Ukraine der 90er und 2000er Jahre, ihre Therapie und ihren Zusammenbruch während einer Lesereise. Ihr Schreibstil verbindet tiefen Ernst mit einer „scharfen Ironie“, die sie an Juri Andruchowytsch schätzt. Es ist eine sehr kompakte und eindrucksvolle Verschmelzung von Geschichte und persönlicher Erfahrung, die über eine einfache Anklage hinausgeht.

Teilnehmende auf der Bühne

Tanja Maljartschuk

1983 in Iwano-Frankiwsk, Ukraine geboren, studierte Philologie an der Universität Iwano-Frankiwsk und arbeitete nach dem Studium als Journalistin in Kiew. 2009 erschien auf Deutsch ihr Erzählband Neunprozentiger Haushaltsessig, 2013 ihr Roman Biografie eines zufälligen Wunders und 2014 Von Hasen und anderen Europäern. 2018 erhielt sie für den Text Frösche im Meer in Klagenfurt den Ingeborg-Bachmann-Preis. Die Autorin schreibt regelmäßig Kolumnen für die Deutsche Welle (Ukraine) und für Zeit Online und lebt seit 2011 in Wien.

Andreas Kossert

Andreas Kossert, geboren 1970, studierte Geschichte, Slawistik und Politik. Der promovierte Historiker arbeitete am Deutschen Historischen Institut in Warschau und lebt seit 2010 als Historiker und Autor in Berlin. Auf seine historischen Darstellungen Masurens (2001) und Ostpreußens (2005) erhielt er begeisterte Reaktionen. Zuletzt erschienen von ihm der Bestseller „Kalte Heimat. Die Geschichte der deutschen Vertriebenen nach 1945“ (2008), „Ostpreußen. Geschichte einer historischen Landschaft“ (2014) sowie „Flucht - Eine Menschheitsgeschichte“ (2020). Für seine Arbeit wurden ihm der Georg Dehio-Buchpreis 2008, der NDR Kultur Sachbuchpreis 2020 und der Preis für „Das politische Buch“ 2021 der Friedrich-Ebert-Stiftung verliehen.